Sonntag, 3. Dezember 2017

Blogtour Sonntags fehlst du am meisten - Kriegskinder


Herzlich Willkommen zum 3.Tag der Blogtour "Sonntags fehlst du am meisten" von Christine Drews.

Kennst du das auch, wenn deine Großeltern von früher erzählen? Wenn sie sich an die Zeit zurückerinnern, als es noch Krieg war und sie Kinder waren?
Sie berichten davon, dass ihr Eltern hart arbeiten mussten, manche in Gefangenschaft kamen, manche Familienangehörige im Krieg gefallen sind oder umgebracht wurden. Damals war eine Kindheit davon geprägt, dass sie in Schutt und Trümmern gelebt, gearbeitet, gelernt und gespielt haben.

Heute möchte ich euch auch von meiner geliebten Großmutter berichten, die im Jahre 1927 geboren wurde und sie ihren Kindern und Enkelkindern von damals erzählte. Meine Oma war ein sogenanntes Findelkind und nein, sie war nicht einzige, denn es gab zu der Zeit sehr viele Eltern, die sich ein Kind nicht mehr leisten konnten oder aus welchen Gründen auch immer, sie ihre Kinder weggeben haben. Meine Großmutter wurde in einem Stall bei reichen Bauern gefunden. Von Kindheit an musste sie stets mitarbeiten, wurde von einer Pflegefamilie zur nächsten geschickt, bei der sie wieder als Arbeitskraft tätig sein musste.
Obwohl meine Oma in die Schule gehen durfte, war Schule damals nicht alles, was zählte, schon gar nicht für Findelkinder.
Meine Oma war 11 Jahre alt, wie der Zweite Weltkrieg begann. Warum erzähle ich euch das alles und was hat es mit dem Buch zu tun?


Zitat von Seite 227
"Während die alte Dame als Kinder erlebt hatte, dass man seinen Eltern auf keinen Fall zur Last fallen durfte, weil diese mit dem täglichen Kampf ums Überleben schon völlig überfordert waren, hatte Caro diese ehemaligen Kinder als Eltern gehabt und deren Prägung dadurch selbst erlebt." 

Caro ist also ein Kind von Kriegskindern. Ihre Eltern haben den Krieg als Kinder erlebt und wurden dadurch geprägt, wie viele andere Kriegskinder auch. Diese Kriegskinder die heute vielleicht deine und meine Großeltern sind, haben gelernt ihre Familie zusammen zuhalten, dass nicht Reichtum und Geld alleine glücklich macht. Sie schätzen die Dinge die sie haben und trennen sich schwer von alten Gegenständen.
Unsere Großeltern mussten mit Kleinigkeiten auskommen, waren und sind heute noch dankbar für jede Kleinigkeit. Die Kriegskinder haben eine andere Art von Liebe, Zusammenhalt, Freundschaft und auch Spielarten kennengelernt und prägen auch heute noch viele von uns. Diese Kinder von damals versuchten ihren Kindern auch Werte mitzugeben, damit man für schlechtere Zeiten vorgesorgt ist.

Diese Kinder erlebten Luftangriffe, Todesängste, Hunger und Kälte im Alltag jeden Tag aufs Neue mit.

Im Buch "Sonntags fehlst du am meisten" erfährt man auch von Karl, dass er als 14-jähriger seine Schwester zu Grabe tragen musste, während seine andere Schwester und Mutter vor Trauer und Hunger nur noch weinte. Karl musste damals für die Familie sorgen. Kann man das auch heute noch von einem 14-jährigen erwarten?


"Gibt es in deiner Familie auch Kriegskinder? Wenn ja, hast du Verständnis dafür, wie sie ihre Kinder erzogen haben und warum?"
Gewinnen kannst du folgendes:
Platz 1: je ein Print von “Sonntags fehlst du am meisten” und “nach dem Schweigen”
Platz 2: ein Print von “Sonntags fehlst du am meisten” und ein Hörbuch von “Denn mir entkommst du nicht”Platz 3: ein Print von “Sonntags fehlst du am meisten”

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit den Teilnahmebedingungen einverstanden!

Bewerben könnt ihr euch bis einschließlich 7.12.2017 - Gewinnerbekanntgabe erfolgt am 8.12.2017

Den gesamten Tourplan findet ihr HIER oder wenn ihr oben auf den Banner klickt.









Kommentare:

  1. Kriegskinder im Sinne von Findelkinder gab es keine in meiner Familie. Alle hatten das Glück, dass sie im Familienband bleiben durften, "nur" die Väter mussten in den Krieg und sind leider alle dort geblieben. Die Erzieung war strenger als heute, aber immer im Hinblick auf das Wesentliche, d. h. dass man lernte, das wenige, was man hatte, gut zu behandeln, um lange nutzen davon zu haben. Besonders dieser teil ist mir heutzutage in der Konsumgesellschaft viel zu schnell verloren gegangen. Ich habe viel Verständnis für diese Einstellung. Nur für die Strenge und manchmal "ausrutschende" Hand ohne erkennbaren Grund bei einigen meiner Vorfahren habe ich kein großes Verständnis.

    LG

    orfe1975

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  2. Guten Morgen,

    Mein Oma mütterlicherseits stammt aus Schlesien und ist als junges Mädchen mit ihren Eltern und den jüngeren Geschwistern ins Rheinland geflüchtet.
    Sie hat nie viel aus dieser Zeit erzählt, dass es keine angenehme Zeit war, ist natürlich klar.

    Ich bin glücklich dass wir heute, besonders Meine Kinder, so etwas nicht erleben und in geregelten Verhältnissen aufwachsen.
    Ich habe großen Respekt vor denjenigen, die diese Zeit überstanden haben.

    Einen schönen Start in die Woche.

    Daniela
    Danielaschmitz1982@freenet.de

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  3. Hallo,
    meine Eltern haben beide ihren Vater im Krieg verloren bzw. sie sind gestorben. Aber zum Glück waren die Mütter noch da. Ich glaube, so etwas kann man nur nachvollziehen, wenn man es erlebt - und das wünscht man keinem.

    Liebe Grüße, Jutta

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  4. Meine Mutter war während des Krieges auch noch ein Kind und sie mußte mit ihrer Familie die Heimat verlassen. Durch den Hunger und die große Not starben ihr Vater und ihr Bruder. Auch ihre Mutter wurde sehr krank und starb nach einigen Jahren. Sie war also sehr jung, als sie ihre komplette Familie verloren hatte.
    LG von Elke H.
    becjat(at)yahoo.de

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