12 Dezember 2017

Türchen 12 Thalea Storms Blogger Adventskalender


Ein Weihnachtswunder

von Thalea Storm 


Vor dem Fenster fällt der Schnee in dicken, weißen Flocken auf die Straße, während Lilly auf ihren Stuhl klettert und die Nase an die Scheibe presst.
„Wunderschön!“, haucht sie und das Glas beschlägt. Schnell wickelt sie den viel zu großen Pulloverärmel über die Hand und wischt hektisch vor ihrer Nase herum, um erneut nach draußen schauen zu können. Die Scheibe ist kalt auf ihrer Haut und Lilly fröstelt, als sie nach unten an den Heizkörper greift und feststellt, dass er immer noch nicht warm ist.
„Mami?“, ruft sie, ohne den Blick von dem winterlichen Chaos abzuwenden.
Aus der Küche hört sie es poltern, doch ihre Mutter reagiert nicht auf ihren Ruf.
„MAMI?“, versucht sie es deshalb noch einmal und noch lauter.
Endlich.
Schritte auf den Küchenfliesen und den Holzdielen im Flur. 
„Du sollst doch nicht auf die Stühle klettern. Wenn du runterfällst, kannst du dir wehtun!“, schimpft ihre Mutter, sobald sie in der Tür steht. Sie tritt auf Lilly zu, hebt das Mädchen hoch und setzt es auf dem Fußboden ab.
„Es schneit!“, ruft die Kleine jetzt, doch ihre Mutter scheint nicht in der Stimmung zu sein, um die Freude des Kindes zu teilen.
„Dieser verdammte Winter.“, murmelt sie, fühlt jetzt ebenfalls am Heizkörper nach der lang ersehnten Wärme und verzieht das Gesicht. „Komm, Lilian, zieh dir noch einen Pullover über.“
Lilian - so wurde Lilly nur genannt, wenn jemand mit ihr schimpfte. 
Oder schlechte Laune hatte.

Oder keine Zeit.
Oder einfach traurig war.
Deswegen schweigt sie und tut, worum die Mutter sie gebeten hat.
„Holen wir heute den Weihnachtsbaum?“, fragt sie, noch während ihr Kopf in dem roten Wollpulli steckt. Mit einem Ruck zieht Lillys Mutter ihn über den Kopf ihrer Tochter und kniet sich vor sie. 
„Papa bringt einen mit, wenn er noch einen bekommt, okay?“
„Ich will aber auf jeden Fall einen Weihnachtsbaum! Einen großen, mit dem Engel oben an der Spitze!“, jammert das Mädchen. Dicke Tränen kullern ihr über die Wange und tropfen vom Kinn direkt auf den frischen Pullover. 
„Schatz, hör auf zu weinen. Wenn es einer schafft, dann dein Papa, das weißt du doch, oder?“ Liebevoll streichelt die junge Frau über die warme, zarte Wange des Kindes, das eifrig nickt und sich in ihre schützenden Arme wirft. 
„Wenn wir keinen Baum haben, weiß doch der Weihnachtsmann gar nicht, wo er seine Geschenke hinlegen soll und dann geht er wieder!“, löst Lilly sich empört von ihrer Mutter. Traurig schaut diese auf den Boden, bevor sie den Blick ihres Kindes erneut auffängt.
Geschenke.

Wenn es alles so einfach wäre. 
Sie hoffte, die Kleine würde nicht wieder mit dem Hund anfangen, doch es war bereits zu spät.
„Mami? Wenn der Weihnachtsmann mir meinen Hund bringt, kann ich dann gleich noch mit ihm durch den Schnee toben?“
„Wir warten erstmal ab, okay?“, versucht die Mutter dem Thema auszuweichen und steht wieder auf. 
„Aber er bringt ihn doch, oder? Ich war das ganze Jahr lieb.“
„Das warst du, mein Schatz.“, streichelt sie dem Mädchen über den Lockenkopf und seufzt. „Ich muss jetzt in die Küche. Hilfst du mir beim Plätzchen backen?“
„Oh ja!“, ruft Lilly und rennt voraus. 
Die Mutter lässt die Schultern sinken und setzt sich einen kurzen Moment auf das kleine Bett mit der zerwühlten rosa Bettwäsche. 
Wie soll sie ihr nur jemals erklären, dass sie dieses Jahr nicht einmal genügend Geld hatten, um die Miete zu bezahlen? Dazu die kaputte Heizung. Vergangene Nacht hatte sie das Mädchen erneut husten hören. Es wäre die dritte Erkältung in diesem Winter. Wegen dieser verdammten Wohnung, dieser verdammten Kälte, dieser verdammten Weihnacht.
Sie kneift die Augen zusammen, wirft den Kopf in den Nacken und holt tief Luft.
Irgendwie würden sie es überstehen.
Wie jedes Jahr.

Mitten in der Nacht wird Lilly durch lautes Gepolter im Wohnzimmer geweckt. Müde streckt sie sich, gähnt herzhaft und reibt sich die Augen. Draußen ist es stockdunkel. 
Ob sie einfach aufstehen und nachschauen soll, woher die komischen Geräusche kamen?
Erst zweifelt sie, ist dann aber doch so neugierig, dass sie die dicke Bettdecke zur Seite schiebt und aus dem Bett klettert. Noch bevor sie die Zimmertür erreicht, hört sie die Stimmen ihrer Eltern und bleibt stehen. 
„Es gab einfach keine mehr!“
„Sie wartet darauf! Irgendwo muss es doch noch Bäume geben.“
„Alle weg. Und die Wenigen, die noch übrig sind, kosten zu viel Geld.“
„Gunnar, es geht doch nur um einen verdammten Baum! Wenn wir ihr sonst schon keinen Wunsch…“
„Hör auf, Ellen! Wir haben wirklich andere Sorgen!“
„Andere Sorgen? Das ist auch deine Tochter, die noch nie richtig Weihnachten feiern konnte, weil wir jedes Jahr kein Geld dafür übrig haben. So kann es doch nicht weitergehen.“
„Wer wollte unbedingt in diese Bruchbude ziehen?“
„Ach hör doch auf, das ist doch Schwachsinn.“
Lilly lässt die Hand sinken und geht zurück zum Bett. 
Sie streiten.
Schon wieder. 
Und nach einem Weihnachtsbaum hörte sich das auch nicht an. 
Lilly spürt die Traurigkeit so tief und heftig über sich rollen, wie der Schnee die Stadt bedeckt hat. 
Lückenlos und tief.
Schwer.
Ihre Mutter klang so traurig. Sie sollte sich nicht noch mehr Sorgen machen, wenn sie Lilly weinen sieht. Also beschließt das kleine Mädchen still und leise wieder zurück ins Bett zu krabbeln und sich dort unter der warmen Decke zu verstecken. Da wird sie niemand finden. Dort hat sie ihre Ruhe und kann einfach mal traurig sein. 
Sie rollt sich wie ein kleiner Igel zusammen, zieht die Beine an die Brust und schließt die Augen, während die Tränen das Kissen unter ihrem Kopf durchnässen.
Aus dem Wohnzimmer poltert es noch immer.
Das will sie nicht mehr hören. 
Es ist zu viel.
Daran ist nur dieses blöde Weihnachten schuld. 
Jetzt will Lilly gar nicht mehr feiern und die Geschenke sind ihr auch egal, wenn ihre Eltern doch bloß aufhören würden zu streiten.
Sie presst sich die Handflächen auf die Ohren und atmet schwer.
Schöner, als ihr Hundewelpe.

„Ich hasse Weihnachten!“, flüstert sie und beißt sich schluchzend auf die Unterlippe.

„Hey! Schnarchnase! Aufstehen!“, kichert eine fröhliche Stimme und Lilly öffnet die Augen.
Schnarchnase?
„Ja, dich meine ich. Komm unter diese Decke vor. Na los.“
Lilly spürt einen sanften Stoß in den Rücken und zieht sich hastig die Bettdecke vom Gesicht. „Was soll das denn?“, quietscht sie aufgeregt, doch da verschlägt es ihr bereits die Sprache. Mitten in ihrem dunklen Zimmer steht eine Frau. 
Sie ist jung und klein. Ganz schmal und trägt ein kurzes weißes Kleid mit goldenen Sternen. Diese stecken auch in ihrem wilden, blonden Haar und auf dem Rücken funkeln und glitzern durchsichtige Flügel. In der rechten Hand hält sie eine Art Zauberstab, mit dem sie durch die Luft wedelt, während sie vergnügt kichert. Jede Bewegung des Stabs zieht einen Schweif aus schwebendem Glitter hinter sich her.

„WOW!“, haucht Lilly und ihr bleibt der Mund offenstehen. „Wer bist du?“
„Ich bin die Fee der glücklichen Weihnacht.“, lächelt die Frau, zwinkert einmal kurz und sitzt plötzlich neben Lilly auf dem Bett.
„Weihnachten ist blöd.“, schimpft das Mädchen und verschränkt trotzig die Arme vor der Brust.
„Warum sagst du sowas, mein Kind?“
„Weil es alle Menschen traurig macht.“, seufzt Lilly und schaut die Fee nicht mehr an.
„Ja, du hast recht, Kleines. Deine Mama und dein Papa sind gerade sehr traurig. Ich habe sie gesehen.“
„Es ist wegen mir.“
„Ach, sowas darfst du nicht sagen. Sie lieben dich und deshalb macht es sie traurig, wenn sie dich nicht glücklich machen können.“
Die Fee schwebt langsam vom Bett in die Luft und endlich schaut Lilly wieder zu ihr hinüber. 
„Kannst du machen, dass sie nicht mehr traurig sind?“, fragt sie vorsichtig und die Fee überlegt einen Moment, während Glitzer aus ihren wackelnden Flügeln auf den Boden rieselt. 
„Nein. Aber du kannst es.“
„Ich?“
Eifrig nickt sie und streckt den Arm nach dem Mädchen aus.
„Komm mit mir und ich zeige es dir.“
Lilly überlegt einen Moment, entschließt sich dann aber schnell dazu, der Fee zu vertrauen und krabbelt aus dem Bett. 
Sobald sie der Fee ihre Hand reicht, spürt sie einen warmen Windhauch und sieht bunte Lichter um sich herumtanzen. Die Fee lächelt beruhigend.
„Wohin gehen wir?“
„An einen Ort, der dir helfen wird.“
Wie lange es dauerte, weiß Lilly später nicht mehr, doch sie erinnert sich gut an den Moment, in dem die Fee ihre Hand aus ihrer löst. Sofort erlöschen die funkelnden Lichter und sie stehen plötzlich in einem Wald.
Der Schnee unter ihren nackten Füßen ist tief, doch kalt wird ihr davon trotzdem nicht.
Vorsichtig geht das Mädchen in die Knie und steckt einen Finger in die weiße Masse. Als sie daran leckt, bemerkt sie, dass sie süß schmeckt.
„Das ist Zuckerwatte.“, lächelt die Fee und Lillys Augen leuchten.
„Wo sind wir hier?“

„Im Weihnachtswald der verlorenen Wünsche.“
Erst jetzt sieht das kleine Mädchen die riesigen Bäume um sich herum in die Höhe schießen. Auch sie sind zum Teil mit Zuckerwatte bedeckt. Kleine, funkelnde Lichterketten hängen in den Ästen und lassen den Wald erleuchten. 
„Komm!“, sagt die Fee und zieht das Mädchen hinter sich her. Beim Vorübergehen entdeckt Lilly, dass die Bäume leben. Sie haben fröhliche Gesichter mit großen Augen und freundlichen Mündern, lächeln das Kind an und winken ihr mit den Ästen zu.
Nach einigen Metern lichtet sich der Zuckerwatte-Wald und gibt den Blick auf einen einzigen, riesigen und steinalten Baum frei. Er trägt keine Lichterketten. 
„Du hast zwei Wünsche frei, mein Kind. Nutze sie, um deine Familie wieder glücklich zu machen.“
„Egal welche?“
Die Fee nickt.
Das Mädchen beginnt zu strahlen.
„Ich darf mir alles wünschen, was ich nur will?“
Noch einmal lächelt die Fee und stimmt dem Kind zu.
Lilly quietscht vor Freude und klatscht in die Hände. In ihren Gedanken sieht sie sich schon mit dem kleinen Welpen zwischen den Zuckerwatte-Bäumen herumtollen. So lange wünscht sie sich schon einen kleinen Hund. Jetzt kann sie ihn einfach haben.
Unter ihren Fingern spürt sie bereits das warme, weiche Fell. Hört das vergnügte Bellen und ihr eigenes Lachen. Sie wäre nie mehr alleine. Die Kinder in der Schule könnten sich noch sie viel über ihre viel zu große Kleidung und die kaputte Schultasche lustig machen. Sie hätte dann ja einen Freund. Einen ganz besonderen. 
Doch auf einmal sieht sie den traurigen Blick ihrer Mutter vor sich.
Hört ihre verzweifelten Worte und fühlt sich schrecklich. 
Sie wollte nicht, dass ihre Mama traurig ist. So selten sieht sie die junge Frau noch lächeln. Unter ihren Augen war es ganz dunkel geworden und sie selbst so schmal, als hätte sie schon lange nicht mehr vom Sonntagskuchen genascht. 
Und ihr Papa?
Sie sah ihn ja kaum noch, weil er so viel arbeiten musste, damit sie genug zu essen hatten. Trotzdem hatte sie einmal beobachten können, wie er ihr eine weitere Kelle voll Suppe auf den Teller gab, obwohl seiner gähnend leer war und sie seinen Magen laut knurren hörte. 
„Kind, du musst dir jetzt etwas wünschen.“
Lilly atmete einmal tief durch und schloss die Augen. 
Kurz sah sie noch einmal den Hundewelpen, ihren kleinen Freund.
Doch letztlich wünschte sie sich etwas anderes.
„Leg deine Hand auf die Rinde des Wunschbaumes und sprich deine Worte laut aus, meine Kleine.“, forderte die Fee das Mädchen auf und Lilly tat, worum sie gebeten wurde.
„Ich wünsche mir als erstes, dass mein Papa weniger arbeiten muss und trotzdem genug Geld hat, um Essen für uns alle zu besorgen. Als zweites wünsche ich mir, dass meine Mama nicht mehr traurig sein muss. Sie ist ganz dünn und friert immer so.“ 
Nachdem sie ihre Wünsche genannt hat, öffnet Lilly die Augen und lächelt.
„Deine Wünsche werden in Erfüllung gehen.“, die Fee beugt sich zu dem Kind hinab und küsst es auf die Stirn. „Und nun komm!“
Mit diesen Worten greift sie wieder nach der Hand des Mädchens und der Zauberbaum, sowie der gesamt Wald mit seinen leuchtenden und winkenden Bäumen verschwindet. 

„Lilly, Schatz, wach auf meine Süße!“
Müde schiebt sich das Mädchen die Decke von der Nase und gähnt herzhaft.
„Frohe Weihnachten!“ Ihre Mutter sitzt auf der Bettkante und lächelt. Eine Tasse mit dampfendem Kakao und warme, duftende Plätzchen stehen auf Lillys Nachttisch. Erst da bemerkt sie, wie warm ihr ist und sie schlägt die Bettdecke zurück.
„Schön warm, nicht wahr? Die Heizung funktioniert wieder.“, freut sich die Mutter und strahlt.
„Komm, wir haben eine Überraschung für dich.“
Eine Überraschung?
Lilly nimmt einen kleinen Schluck von dem heißen Kakao, schnappt sich einen warmen Keks und folgt der Mutter auf Zehenspitzen ins Wohnzimmer. Dort überrascht sie der lächelnde Vater - vor einem riesigen funkelnden Weihnachtsbaum voller Kugeln, Figuren und Glitzer. Und ganz oben - direkt auf der Spitze - sitzt der Engel, den sie sich so gewünscht hat. Lillys Augen beginnen zu leuchten.
„Ein Baum!!!“, lacht sie und rennt dem Vater in die Arme. 
„Fröhliche Weihnachten, mein kleiner Engel.“, küsst er seine Tochter aufs Haar und setzt sie wieder ab. Erst da bemerkt das Kind die Geschenke unter dem Baum. In allen denkbaren Farben mit großen und kleinen Schleifen verpackt, liegen sie unter den schweren Ästen und funkeln sie an.
„Darf ich schon eins aufmachen?“, springt sie aufgeregt auf und ab.
Wie ist das nur möglich?
Sie hatte in der Nacht doch ganz deutlich gehört, dass es keinen Baum und keine Geschenke geben wird. Und eigentlich musste ihr Vater doch zur Arbeit fahren. Er arbeitete immer an Weihnachten und sie feierte mit der Mutter alleine.
Aber dieses Jahr?
„Papa, musst du nicht arbeiten?“
„Nein, Kleines, dieses Jahr bin ich einfach nur bei euch.“ Das schien ihn glücklich zu machen, denn seine Augen leuchteten bei jedem Wort und er legte den Arm um Lillys Mutter. 
„Mami, dort ist ein Geschenk für dich. E-L-L-E-N.“, liest sie laut und stockend vor.
„Für mich? Gunnar, du solltest doch nicht…“
„Ich habe nichts besorgt, ich schwöre.“
Ratlosigkeit blitzt in den Gesichtern der jungen Eltern auf, als Ellen nach dem kleinen Päckchen greift und die Schleife vorsichtig löst. Sofort nach dem Anheben des Deckels sieht Ellen sie: Die kleine, funkelnde Perlenkette, die sie bereits zwei Jahre zuvor im Schmuckladen um die Ecke so angehimmelt hat.
„Gunnar…“, flüstert sie und schluckte schwer. 
Fassungslos schüttelt dieser den Kopf, hilft seiner Frau aber dabei, das Schmuckstück anzulegen. Einen Moment halten sie inne und blicken sich tief in die Augen. Lilly schaut verlegen zur Seite.
„Das scheint für dich zu sein.“ Verwundert greift die Mutter nun nach einem weiteren Päckchen und reicht es Lillys Papa. „Ich habe nicht…“, doch weitere Worte braucht sie nicht.
Gunnar öffnet das Band und sieht hinein.
Mit Tränen in den Augen hebt er den Blick. 
„Die Uhr…“, haucht er.
„Die Taschenuhr deines Großvaters?“, springt Ellen überrascht auf.
Gunnar nickt.
„Wie konntest du sie im Pfandleihhaus auslösen?“
„Ich war das nicht.“
Und da versteht Lilly, dass sie es war.
All diese Überraschungen - der Baum, die Geschenke, die Heizung, der Urlaub des Vaters - all das hatte sie sich selbst zu verdanken. Stolz lächelte sie den Eltern zu.
Das war schöner, als alles andere auf der Welt.
Schöner, als jedes Weihnachten zuvor.
Schöner, als die größten Geschenke.
Lachend wirft sie sich in die Arme des Vaters, der das kleine Mädchen fest an sich drückt. Auch die Mutter küsst das Kind aufs Haar und schmiegt ihre Wange an seine. 
In diesem Moment klingelt es an der Tür.
Überrascht steht der Vater auf.
„Um diese Uhrzeit? Wer kann das sein?“
Gemeinsam gehen sie den Flur entlang und öffnen die Haustür. Davor steht eine große Kiste. Doch niemand ist bei ihr, dem sie gehört.
„Merkwürdig…“, murmelt die Mutter, als sie ein Geräusch aus der Kiste vernimmt. „Das darf doch nicht…“
Und doch - es ist wahr. Mit einem vergnügten Sprung kämpft sich ein kleiner brauner Welpe ans Tageslicht.

„MEIN HUND!“, schreit Lilly und Tränen vor Glück und Aufregung laufen ihr die Wangen hinab.  „Darf ich, Mami? Darf ich?“
„Natürlich, Liebling.“, weint auch die Mutter vor Freude und Lilly stürzt sich auf das kleine, schwanzwedelnde Wesen, das ihr direkt in die Arme springt. 
„Nimm ihn mit rein, hier ist es viel zu kalt.“, lacht der Vater, während seine Tochter kichernd im Schnee liegt und von dem kleinen Welpen abgeschleckt wird. 
Lilly hebt ihn hoch, drückt ihn an ihre Brust und küsst ihn aufs Fell, bevor sie ihren Eltern zurück in die Wohnung folgt. 
Da hört sie das fast schon vertraute Kichern und dreht sich um. Auf der großen Tanne im Vorgarten sitzt die Fee und wirbelt ihren Glitzerzauberstab durch die Lüfte. „Ein großes Herz sollte immer belohnt werden. Frohe Weihnachten, Lilly.“

Dann verschwindet sie und Lilly geht - mit ihrem neuen besten Freund auf dem Arm -  zurück in die Wohnung, um das schönste Weihnachten aller Zeiten zu feiern. 

Thalea Storm und ihr Bloggerteam wünschen euch eine wunderschöne Adventszeit :)


Anmerkung: Alle Fotos sind von pixabay und wurden verlinkt 


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